Kernnachrichten Veröffentlicht am 5. September 2026, 7:54 Uhr

Weißes Haus enthüllt Online-Spielhalle, was sofortige Gegenreaktionen auslöst

Nele Meier

Von Nele Meier

Veröffentlicht auf OpenGames

L-förmiger Trtris-Block, der vom Himmel fällt, mit dem weißen Haus im Hintergrund.

Als historische Premiere in der amerikanischen Politik hat das Weiße Haus eine Reihe browserbasierter Arcade-Spiele herausgebracht, die darauf abzielen, die Politik von Präsident Trump zu unterstützen, obwohl mehrere Titel seitdem im Internet heftige Kritik hervorgerufen haben. Während US-Beamte bereits früher Videospiele zur Wahlwerbung eingesetzt haben – vor allem durch Barack Obamas In-Game-Werbung während des Wahlkampfs 2008 – bleibt diese spezifische Implementierung von Arcade-Spielen durch die aktuelle Regierung beispiellos.

Ab dem 4. September begann der offizielle Twitter-Account des Weißen Hauses mit der Veröffentlichung von „Trump Arcade“, einer neu hinzugefügten Funktion auf der Domain WhiteHouse.gov, die fünf kostenlose Browserspiele anbietet. Zwei konkrete Titel namens „Build the Wall“ und „Rio Run“ lösten jedoch schnell hitzige Debatten auf allen Social-Media-Plattformen aus.

Trump Arcade wird wegen „provokativem Humor“ kritisiert

„Build the Wall“ fungiert als Tetris-Klon, bei dem Spieler versuchen, „Zombies“ daran zu hindern, die Südgrenze in die Vereinigten Staaten zu überqueren. Umgekehrt ähnelt „Rio Run“ dem klassischen Spiel Snake, bei dem die Spieler am Flussufer patrouillieren müssen, um jeden „Überquerer“ zu fangen und abzuschieben. Beiden Titeln wurde vorgeworfen, das ernste Problem der illegalen Einwanderung zu verharmlosen und zu verharmlosen. Darüber hinaus könnte „Build the Wall“ insbesondere auf rechtliche Probleme im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen stoßen.

Tetris reagiert auf das „Build the Wall“-Spiel der Trump-Administration

Als Reaktion auf die Kritik rund um Trump Arcade veröffentlichte der offizielle Twitter-Account von Tetris eine Erklärung, in der klargestellt wurde, dass die Entwickler des Spiels nicht an der Entwicklung von Build the Wall beteiligt waren. In der Erklärung wurde betont: „Bei Tetris glauben wir an die Kraft der Verbindung und daran, Menschen zusammenzubringen und nicht zu spalten.“ Darüber hinaus enthielt der Beitrag eine Warnung: „Wir nehmen Urheberrechtsverletzungen sehr ernst“, was darauf hindeutet, dass die jüngsten Marketingbemühungen des Weißen Hauses rechtliche Schritte nach sich ziehen könnten, beispielsweise eine Klage oder einen DMCA-Deaktivierungsantrag.

Build the Wall ist nicht der einzige Titel in der neuen kostenlosen Arcade-Sammlung des Weißen Hauses, der eine Ableitung bestehender Spiele zu sein scheint. Zum Line-up gehört auch Flappy Bill, eine vereinfachte Hommage an Titel wie Flappy Bird. Darüber hinaus tragen Werbematerialien für das Projekt ein „MAGA“-Logo, das eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem bekannten Markenzeichen von SEGA aufweist. Obwohl der japanische Gaming-Riese die Ähnlichkeit noch nicht angesprochen hat, ist es zweifelhaft, ob der ursprüngliche Schöpfer von Flappy Bird auf den Nachahmer der Regierung reagieren wird, insbesondere angesichts der umstrittenen Geschichte zwischen dem Entwickler und dem Weißen Haus.

Obwohl es sich bei Trump Arcade möglicherweise um die ersten Videospiele handelt, die offiziell auf einer Website der US-Regierung gehostet werden, handelt es sich nicht um die erste staatlich geförderte Gaming-Initiative. Ein bemerkenswerter Präzedenzfall ist das America’s Army-Franchise, eine Ego-Shooter-Serie, die von der US-Armee entwickelt und veröffentlicht wurde. Darüber hinaus ist dies nicht Donald Trumps erster Ausflug in die Videospielbranche. In den frühen 2000er Jahren waren sein Konterfei und seine Stimme in Donald Trumps Real Estate Tycoon zu sehen, einem von SimCity inspirierten Titel, der gemischte Kritiken hervorrief.

Nota

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels haben die US-Regierung und Beamte des Weißen Hauses weder auf die Kritik rund um Trump Arcade reagiert, noch haben sie die Aussage der Tetris Company zur Kenntnis genommen.

Offizielle Quellen: Weißes Haus

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