Ein Bundesrichter in Iowa hat eine Klage gegen Nintendo und The Pokemon Company abgewiesen und die Angelegenheit als „absurd“ bezeichnet. Dieses Urteil ist nicht das erste Mal, dass diese beiden Giganten der Gaming-Branche mit rechtlichen Anfechtungen durch verschiedene Einzelpersonen und Gruppen konfrontiert werden.
Die Rechtsvertreter von Nintendo und The Pokemon Company sind mit Gerichtsverfahren bestens vertraut und spiegeln die lange Geschichte der Rechtsstreitigkeiten beider Kanzleien wider. Beispielsweise wurde The Pokemon Company kürzlich in einer Klage gegen einen ehemaligen Mitarbeiter genannt. In diesem separaten Zivilverfahren behauptete ein anonymer Kläger, der Angeklagte habe versteckte Kameras in den Toiletten des Pokemon-Hauptquartiers installiert. Da dieser Voyeurismus-Vorwurf noch anhängig ist, ist derzeit nicht bekannt, welche Rolle The Pokemon Company in diesem konkreten Streitfall spielen wird.
Richter in Iowa weist Rechtsanspruch von Pokémon-Professor zurück
Bild: Niantic, Scopely, The Pokemon Company
Während Nintendo auf eine lange Geschichte von Rechtsstreitigkeiten zurückblicken kann, muss das Unternehmen aufgrund einer kürzlich ergangenen Gerichtsentscheidung nun einen Fall weniger bearbeiten. Wie KCCI berichtete, entschied der Richter des US-Bezirksgerichts Leonard T. Strand gegen Kyle Owens, einen 34-jährigen Einwohner von Iowa, der von Nintendo und The Pokemon Company International Strafschadenersatz in Höhe von 341.000 US-Dollar forderte, nachdem ihm der Status eines Pokemon-Professors verweigert worden war. Owens stützte seinen Anspruch auf das Sherman Antitrust Act und argumentierte, dass die Ablehnung seiner Zertifizierung nicht nur persönlich schädlich sei, sondern durch die Entfernung eines qualifizierten lokalen Gastgebers auch den Zugang der Verbraucher zu Pokemon-Veranstaltungen in Iowa beeinträchtigt habe. In seiner Entscheidung bezeichnete Richter Strand die Klage als „völlig leichtfertige Verschwendung von Zeit und Ressourcen des Gerichts“ und bezeichnete den geforderten Strafschadenersatz in Höhe von 341.000 US-Dollar als „zweifelhaft, wenn nicht sogar völlig absurd“.
Owens reichte seine Klage erstmals im Mai 2026 ein, nachdem ihm die Pokémon Company zwei Jahre zuvor den Status eines Pokémon-Professors verweigert hatte, obwohl er bei der erforderlichen Prüfung eine perfekte Punktzahl von 100 % erreicht hatte. Im Anschluss an die Prüfung führte Pokémon eine Hintergrundüberprüfung durch, bei der ein anhängiger Haftbefehl aus dem Jahr 2022 aufgedeckt wurde, der von einem anderen Bundesstaat wegen Nichterscheinens vor Gericht wegen Vergehensvorwürfen wegen kriminellen Unfugs und ordnungswidrigem Verhalten ausgestellt worden war. Dementsprechend erklärte die Pokémon Company, dass der Antrag von Owens aufgrund der Ergebnisse dieser kriminalpolizeilichen Überprüfung abgelehnt wurde. In seinem Urteil wies Richter Strand darauf hin, dass die Zulassung zum Pokémon-Professor ausdrücklich von einer Hintergrundüberprüfung abhängig sei, die Owens nicht bestanden habe.
Da ein Pokémon-Professor als Mentor und Führer innerhalb der Pokémon-Franchise fungiert, unterstreicht die Entscheidung der Pokémon Company, Owens diesen Titel zu verweigern, die damit verbundenen strengen Standards. Richter Strand wies außerdem drei weitere, von Owens eingereichte, unabhängige Klagen ab. Er warnte davor, dass künftige leichtfertige Eingaben von Owens dazu führen könnten, dass das Gericht Geldstrafen verhängt.
Nintendo konzentriert sich nun auf zwei bevorstehende Nintendo Direct-Events. Am 8. September wird eine 30-minütige Direktübertragung von „Legend of Zelda 40th Anniversary Direct“ ausgestrahlt, und am 9. September wird eine 45-minütige Nintendo Direct ausgestrahlt. Beide Präsentationen beginnen um 10:00 Uhr Eastern Time.